MBA Journal   |   MBA Markt   |   MBA Community   |   MBA Life   |   MBA Wissen    |   Registrieren
   

MBA Forum

 
 
 
 
Der Ingenieur ist der bessere Manager
 
 
 
Aachen RWTH International Academy
Besucher
 
02.03.2007
13:47:34
 
 
 
 
 
Die Qualität heutigen Managements ist - von einigen Ausnahmen abgesehen - äußerst mangelhaft! Im Jahr 2004 gingen bisher nach einer Studie der amerikanischen Proud-foot Consulting 39% der Produktivität in Deutschland durch Missmanagement verloren. Forscher beziffern den auf schlechte Arbeitsorganisation zurückzuführenden Verlust auf etwa 190 Millionen Euro! Die Nachricht, Deutschland habe seit 2001 zudem mehr Hochtechnologie importiert als exportiert, stellt einen weiteren Schritt gen Konkurs.

Die brennendste Frage der Wirtschaft ist daher: Wer ist in der Lage, sowohl neue Technologien als auch gleichzeitig Humanressourcen zu beurteilen, optimal einzusetzen und zu managen?

Der Ingenieur!

Gerade in schwierigen Zeiten und Phasen des Umbruchs sind Fachkenntnisse, Problemlösefähigkeit und Authentizität gefragt. Diese Fähigkeit und darüber hinaus seine Neugierde, seine kreativ-schöpferische Arbeitseinstellung und seine vielfach gelobte Problemlösekompetenz zeichnen den Ingenieur aus. Die Fähigkeit des Ingenieurs ist hervorzuheben, Technologien und deren Anwendung schnell verstehen und ohne fremde Hilfe beurteilen zu können. Der Ingenieur ist damit nicht nur fähig, mit der steigenden Komplexität der Produkte und der erhöhten Dynamik der Märkte umzugehen, er kann darüber hinaus auch geeignete neue Technologien erkennen und für sein Unternehmen nutzbar machen. Der Ingenieur mit Management-Aufgaben erfüllt wie kein anderer die Voraussetzung, mitten im Tagesgeschäft komplexe Abläufe verstehen und lenken zu können, da er in den Funktionen, in denen er seit Ende seines Studiums tätig war, genau damit „aufgewachsen“ ist. Durch sein Studium und seinen Werdegang kann er Wissensgebiete verschiedener Fachleute und das zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unentbehrliche Spezial-Know-how, das zur Beurteilung und Implementierung neuer Technologien benötigt wird, besonders gut beurteilen und ist damit in der Lage, die Produktivität, die in unserer Wissensgesellschaft zu einem großen Teil aus der schöpferischen Leistung der „Wissensarbeiter“ besteht, nachhaltig zu steigern.

Nur 45% des Produktivitätszuwachses können in Industrieländern durch Investitionen und leistungsfähigere Maschinen erreicht werden; der überwiegende Teil jedoch, 55% erbringt die Verbesserung der Arbeitsleistung durch bessere Organisation und ein geradliniges Management.

Somit empfiehlt sich, wer ein technisches Studium absolviert hat und darüber hinaus über Führungserfahrung verfügt, für höhere Managementaufgaben. Unverständlich ist daher, dass Ingenieure nicht längst Juristen, Betriebswirten, Volkswirten & Co. den Anspruch bei der Besetzung von Führungspositionen in Unternehmen streitig gemacht haben. Doch in den DAX 30 finden sich gerade mal zehn Prozent Ingenieure und Naturwissenschaftler, die sich aus ihrem rein technischen Umfeld befreit haben und durch Erweiterung ihrer Kenntnisse auf wirtschaftswissenschaftlichem Feld und Ausbau ihrer Managementkompetenzen einen Platz unter den wichtigsten Entscheidungsträgern gefunden haben. Letztendlich fehlt dem Ingenieur oft nur das Selbstverständnis, das einen General Manager auszeichnet. Dazu eine Portion wirtschaftswissenschaftliches und Management-Know-how, das einem Ingenieur beizubringen ist - und fertig ist der Technologiemanager des 21. Jahrhunderts.

Bisher bilden wir Ingenieure in erster Linie als Spezialisten aus. Das so gut wie möglich zu tun ist ohne Zweifel wichtig, denn mit dem Wissen komplexer technischer Zusammenhänge wird der Ingenieur befähigt, die komplizierte Dynamik des sozialen Systems Unternehmen adäquat zu strukturieren.
Dies ist schwierig genug, weil der Ingenieur Wissen benötigt, mit dem man Artefakte schafft: bisher nicht Dagewesenes antizipiert und kreativ an seiner Realisierung teilnimmt. Man könnte meinen, wer das erfolgreich tut, sei ausgelastet. Diese Sicht ist jedoch entschieden zu eng. Sie löst das Problem nicht, vor dem die Wirtschaft steht.

Will man den Ingenieur befähigen, Aufgaben auch im oberen Management wahrzunehmen und seine grundlegenden Talente dahingehend aufzubauen, so muss man ihn befähigen, technische Lösungen nicht nur nach der Verfügbarkeit der Ressourcen und betriebswirtschaftlicher Rentabilität zu beurteilen, sondern man muss seinen Blickwinkel vergrößern, damit er Marktmechanismen, gruppenpsychologische sowie Führungsprozesse mit ins Kalkül ziehen kann. Dann wird er auch über das Selbstbewusstsein verfügen, Aufgaben des Top-Managements mit größter Selbstverständlichkeit zu übernehmen, denn die grundlegenden Fähigkeiten dazu hat er bereits inne.

Dazu bringt der typische Ingenieur eine weitere Gabe mit, die ihn neben der genannten, auf eigenem Urteilsvermögen für komplexe (technische) Zusammenhänge beruhenden Fähigkeit zur Problemstrukturierung noch weiter zum Manager qualifiziert: die Gestaltungsfähigkeit!
Gestalten bedeutet Kompromisse zu machen, zwischen Naturwissenschaft und Betriebs¬wissen¬schaft, zwischen Anforderungen und Lösungsmöglichkeiten, zwischen harten Fakten und weichen Meinungen.
„Engineering als Collaborative Engineering“ sagt die neueste Management-Literatur (Quelle: Stephen Lu u.a.) zu dem Selbstverständnis moderner Ingenieure, deren unbändiges Streben nach „Funktionsfähigkeit“ von Systemen sich mehr nach sozialwissenschaftlichen Phänomenen wie Verhandeln, Sozialisieren, Verständigen denn nach technokratischem Optimieren anhört.
Der Ingenieur hat den unbändigen Drang zu der besseren Lösung, den Gestaltungswillen, der dem Team die Geschwindigkeit (Pace) vorgibt, und die Kompromissbereitschaft, die urteils¬sicher den Weg zu einer machbaren, besseren Lösung weist.
 
 
 
Re: Der Ingenieur ist der bessere Manager
 
 
 
Student
Besucher
 
04.07.2007
11:45:38
 
 
 
 
 
Laut dem MANAGER-MAGAZIN erleben Ingenieure wieder goldene Zeiten. Absolventen aus technischen, wirtschaftswissenschaftlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen haben gute Arbeitsplatzaussichten, da in vielen Branchen neue Jobs entstehen.

Die Bundesagentur für Arbeit meldet ein Plus für Akademiker auf dem Stellenmarkt. Insbesondere Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte finden zu 90% gleich nach Studienabschluss eine Vollzeitstelle.
 
 
 
Re: Der Ingenieur ist der bessere Manager
 
 
 
Christopher
Besucher
 
29.08.2007
13:50:19
 
 
 
 
 
Als ***. und Abteilungsleiter eines international tätigen Unternehmens muss ich mich oft mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Das ist oft nicht leicht - ohne die entsprechende Ausbildung.
Ich habe daher im Alter von 40 Jahren noch eine Management-Weiterbildung absolviert und es hat sich wirklich gelohnt.
Mit den neu gewonnenen Kenntnissen über betriebswirtschaftliche Abläufe, Methoden und internationale Kompetenzen ist meine fachliche Kompetenz gewachsen und mein Gehalt wurde neu verhandelt.
Für alle Ingenieure, Techniker, Chemiker, etc. kann ich eine Management-Weiterbildung nur empfehlen.
 
 
inspire Onlineshop
ANZEIGE