Bei der Klärung von Zulassungsmöglichkeiten in MBA-Programmen wird häufig die Frage gestellt, ob Forschung (Research) als Berufserfahrung gewertet wird, bzw. gewertet werden kann. Da MBA-Studiengänge rein praxisorientiert konzipiert sind, ist das wissenschaftliche Forschen eigentlich den Doktoranden-Programmen vorbehalten. Was aber wenn ein Doktor oder PhD sich bei einem MBA-Programm bewerben möchte, das zwei oder mehr Jahre Berufserfahrung verlangt? Bezüglich solcher Mängel an professioneller Erfahrung herrschen bei den Business Schools unterschiedliche Auffassungen und Verhältnisse vor. Die Chancen aufgenommen zu werden sind sehr von der jeweiligen Hochschule abhängig.
Meist hängen die Aufnahmechancen von den individuellen Verhältnissen - insbesondere der Struktur des jeweiligen Doktoranden-Programms - ab. Grundsätzlich empfiehlt es sich, in unklaren Fällen mit den Mitarbeitern der Zulassungsstelle (also den Admission Officers) in Verbindung zu treten. So können die Chancen auf Annahme unter Berücksichtigung des Zuschnitts des jeweiligen Doktoranden-Programms erörtert und die Grundvoraussetzungen geklärt werden.
Das zuständige Admissions Office muss angesichts der Bewerbung davon überzeugt sein, dass es sich bei dem Anwärter nicht nur um einen Wissenschaftler mit analytischer Begabung, sondern auch um einen Manager-Typen mit den nötigen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften handelt. Zielstrebigkeit und eine praktische Veranlagung stehen dabei an vorderer Stelle. Europäische Business Schools wollen zusätzlich davon überzeugt werden, dass der Kandidat durch seine Nebentätigkeiten ausreichend Arbeitserfahrung gesammelt hat, um auf die zwei bis drei Jahre Berufserfahrung verzichten zu können. Ein Research-PhD genügt also nicht. Die für Vorlesungen, Korrekturen, Projekte und Internships aufgewendete Zeit wird von den bewertenden Business Schools allerdings nicht eins zu eins gerechnet. Grundsätzlich bleibt die Entscheidung vom Einzelfall und den jeweiligen Rahmenbedingungen abhängig.