Allgemein:
Der Begriff „Akkreditierung“ wird in verschiedenen Bereichen, von Journalismus bis Bildung, verwendet und beschreibt generell die Bescheinigung einer besonderen Eigenschaft durch eine anerkannte Instanz. Zusätzlich versteht man unter Akkreditierung auch Verfahren, bei denen sich eingehend mit einer bestimmten Materie beschäftigt wird. In diesem Fall bezeichnet Akkreditierung lediglich die Aufnahme der Eigenschaftsuntersuchung, nicht die Bescheinigung des Endresultats.
Im Kontext eines MBA: Bei der Auswahl eines MBA-Programms ist vor allem auf die Akkreditierung des Angebots bzw. der Hochschule zu achten. Eine renommierte Akkreditierung garantiert das nötige Maß an Ausbildungsqualität und stellt somit ein Gütesiegel für Business Schools dar, welches für die Qualität des zertifizierten Studiums bürgt. Der Prozess der Akkreditierung erfolgt nach strengen Richtlinien und Vorgängen. So müssen Business Schools in der Regel nach einigen Jahren eine Re-Akkreditierung vornehmen lassen, um die Aktualisierung und Fortführung des angebotenen Ausbildungsprogramms unter Beweis zu stellen. Im Rahmen dieser Kontrolle werden auch die ständig steigenden Anforderungen berücksichtigt, denen die Business School genügen muss. Nur so kann das Ausbildungsniveau durch kontinuierliche Verbesserung langfristig gewahrt werden. Die Häufigkeit der Re-Akkreditierung ist abhängig von der Agentur, die die erste Akkreditierung vorgenommen hat, und darf aufgrund der variierenden Anforderungen und Prioritäten auch nur von dieser Agentur durchgeführt werden. Die gängigen Re-Akkreditierungs-Zyklen betragen 4-10 Jahre. Natürlich gilt hier die Regel: Je häufiger, desto besser und vor allem sicherer für den Bewerber.
Besonders im Hochschulbereich soll die eine Akkreditierung eine Reihe von Zielen zu sichern. Neben der Qualitätssicherung steht vor allem die Hilfestellung für Interessenten, Arbeitgeber und staatliche Stellen im Vordergrund. Die Akkreditierung fördert die internationale Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen und trägt auch zur Entwicklung der teilnehmenden Fakultäten bei. Außerdem wird die Transparenz der Studiengänge erhöht und den potentiellen Bewerbern die Orientierung über die neuen Studiengänge erleichtert.
Seit 1998 existiert in Deutschland der Akkreditierungsrat, dessen Aufgabe darin besteht Agenturen zu betrachten und zu bewerten, die die Bachelor- und Master-Studiengänge akkreditieren. Sowohl die Agenturen als auch die Studiengänge tragen bei einer erfolgreichen Betrachtung das Qualitätssiegel des Rates. In Deutschland existieren folgende Agenturen, die zur Vergabe des Qualitätssiegels berechtigt sind.
Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen - (AQAS) Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik e.V. (ASIIN) Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit e.V. (AHPGS) Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs-Institut (ACQUIN) Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover (ZEvA) Die älteste Akkreditierungsagentur in Deutschland ist die Zentrale Evaluations-und Akkreditierungsagentur (ZEvA) (Fachakkreditierungsagentur für alle Studiengänge).
Seit Anfang 2000 werden neue Bachelor- und MBA-Programme im deutschsprachigen Raum vor allem durch die FIBAA überprüft.
Die Merkmale der Qualitätsprüfung werden von der jeweiligen Agentur festgelegt und umfassen zumeist die fachlichen Schwerpunke, sowie Mindestinhalte des Studienprogramms. Die Qualität der Lehrkörper und der Praxisbezug der Vorlesungen sind relevante Kriterien, ebenso wie die internationale Ausrichtung des Master of Business Programms. In den USA wird erst in letzter Zeit vermehrt auf die internationale Ausrichtung der Studiengänge Wert gelegt, da die AACSB den Bewertungspunkt in Ihre Prüfliste aufgenommen hat.
Die Akkreditierung sichert einen gewissen Mindeststandard, weshalb die Anbieter von MBA-Studiengängen versuchen ein Qualitätssiegel von einer anerkannten Einrichtung zu erhalten. Im Umkehrschluss ist Akkreditierungseinrichtungen, die nicht von den deutschen Kultusministerien genehmigt wurden, mit Vorsicht zu begegnen. Die Anerkennung ist hierzulande Vorraussetzung für die Berechtigung, den MBA Titel zu führen. Die Akkreditierung erfolgt entweder generell für die komplette Business School als Institution oder speziell für eine Fachrichtung. Entsprechend sind verschiedene Agenturen bzw. Akkreditierungen gefragt.
Das Ursprungsland der Akkreditierung ist die USA, wo es zwei unterschiedliche Ausrichtungen gibt, im Gegensatz zu Europa. Dort findet man sowohl die nationale Akkreditierung als auch die regionale Akkreditierung. Weder die Bundesregierung noch die einzelnen Regierungen der Staaten besitzen das Recht eine Hochschule staatlich anzuerkennen. Deshalb wird dies durch Agenturen vorgenommen, die jedoch die gesamte Institution betrachten. Als Grundvoraussetzung einer nationalen Agentur gilt die regionale Akkreditierung. Eine Hochschule mit Qualitätssiegel muss sich regelmäßigen Kontrollen stellen, deren zeitlicher Rahmen von den unterschiedlichen Agenturen festgelegt wird. Diese Kontrollen sollen den Weiterentwicklungsprozess des Ausbildungsprogramms garantieren und für die notwendige Aktualität sorgen.
Als Interessent sollte man darauf achten, dass die angegebene Akkreditierung auch in Deutschland akzeptiert wird und die Führung eines MBA-Titels erlaubt. Das Gütesiegel der FIBAA oder einer international anerkannten Institution ist hier maßgebend, bei ausländischen MBA-Programmen stellen die AMBA, die EFMD und der AACSB die zuverlässigsten Empfehlungen dar.
Neben der länderübergreifenden EFMD und den deutschen Agenturen (siehe oben) sind folgende, nationale Einrichtungen in Europa aktiv:
Italien - Associazione Per La Formazione Alla Direzione Aziendale (ASFOR) Spanien - Association Española de Representantes de Escúelas de Direccion de Empresa (AEDEE) Frankreich - Chapitre des Ecoles de Management Großbritannien - Association of MBAs (AMBA)