
Für das Interview standen uns als deutschsprachiger Teilnehmer des RSM Erasmus MBA Programms Christian Saga zur Verfügung.
Allgemein:
• Wie sind Sie auf das Programm aufmerksam geworden?
Ich habe für die Auswahl der Universitäten, bei denen ich mich bewerben wollte, hauptsächlich Rankings konsultiert. Die RSM ist eine der Top Europäischen Business Schools und zog durch ihr einzigartiges Programm meine Aufmerksamkeit auf sich.
• Welche Form des MBA haben Sie gewählt? (berufsbegleitend/Vollzeit)
Vollzeit (15 Monate)
• Wie sind Sie mit dem Ablauf des Programms zufrieden?
Bisher bin ich vollstens zufrieden. Die Universität hat hervorragende Arbeit bei der Auswahl der verschiedenen Studenten geleistet. Es wird viel getan, um die Studenten und unterschiedlichen Kulturen durch Veranstaltungen zusammenzubringen. Nach nur ein paar Tagen in dem Programm fühlt man sich direkt heimisch und den anderen Studenten verbunden.
Die Kurse sind anspruchsvoll, sehr gut strukturiert und sehr gut/hervorragend präsentiert. Das übergeordnete Ziel des Kurses ist immer gut ersichtlich. Das Arbeiten in Teams spielt eine wichtige Rolle und ist in vielen Bereichen unverzichtbar, ansonsten wäre die Menge der Aufgaben nur schwer zu bewältigen.
• Werden ihre Erwartungen erfüllt, die Sie sich auf Grund des Informationsmaterials vor Studiumsbeginn gemacht hatten?
Bisher mehr als das! Es hört sich zu Beginn fast zu gut an, um wahr zu sein, wenn man etwas über die internationale Zusammensetzung und die einzigartige Lernumgebung hört. Aber es bewahrheitet sich sehr schnell. Ich arbeite z.B. zur Zeit in einem Team mit Mitgliedern aus Frankreich, Taiwan, Österreich, Zambia, Indien und Deutschland. In einem solchen Team zu arbeiten, macht nicht nur Spaß, sondern man lernt zusätzlich, sich in internationalen Teams zu bewegen.
• Ist der Praxisbezug ausreichend?
Für ein Programm mit 15 Monaten absolut. Es ist ein Praktikum von 10 Wochen Pflicht, das komplett extern bei einer Firma abgeleistet wird. Zusätzlich basieren die Vorlesungen auf zahlreichen Case Studies, die einen guten Praxisbezug vermitteln.
• Ist die Unterstützung durch die Professoren/Dozenten zufrieden stellend?
Ja. Die Professoren kommen aus verschiedenen Ländern der Welt und sind für uns die gesamte Zeit ihres Aufenthaltes verfügbar und schon fast persönlich getroffen, wenn niemand mit Fragen auf sie zu kommt.
• Hat sich die Investition Ihrer Meinung nach gelohnt?
Im Hinblick auf meine Karriere kann ich dies noch nicht beurteilen. Für die persönliche Entwicklung und das Wissen, das ich dazugewinne, auf jeden Fall.
• Wurden Sie von Ihrem Arbeitgeber bei der Finanzierung des MBA-Programms unterstützt?
Ja
• Welche Erfahrungen haben Sie mit einem Studium, das einen Auslandsaufenthalt beinhaltet, gemacht?
Ein teilweises oder komplettes Studium im Ausland ist eine völlig andere Erfahrung als ein Studium nur im Inland. Es ist ein bereicherndes Erlebnis, angefangen von kleinen Dingen, die man lernt, bis zu den großen Einsichten, die man in ein anderes Land oder eine Kultur erhält. Es verändert einen persönlich, da man als Fremder in einer anderen Kultur wesentlich stärker über sich selbst und sein Handeln nachdenken muss. Außerdem wächst die Toleranz anderen Menschen und Sichtweisen gegenüber.
• Wodurch wurde die Entscheidung für das MBA-Programm beeinflusst?
Grundsätzlich habe ich mich für ein MBA Studium entschieden, da es für mich die optimale Möglichkeit bietet, meiner Karriere eine andere Richtung zu geben und fehlende Kenntnisse im Managementbereich zu erlangen. Die Entscheidung für die RSM ist hauptsächlich auf Grund der einzigartigen Verknüpfung von hochwertiger Lehre, guten Rankings, des hohen internationalen Faktors und der freundschaftlichen Atmosphäre an der Uni gefallen. Ich habe die RSM zwei Mal vor meiner Bewerbung besucht und wurde jedes Mal sowohl von dem Staff als auch von den Studenten freundlich aufgenommen.
• Warum haben Sie sich für ein Studium mit Auslandsaufenthalt entschieden?
Aus eigenem Interesse und einer gewissen Portion Notwendigkeit. Ich wollte ein internationales Erlebnis und mit möglichst unterschiedlichen Leuten zusammentreffen. Weitere mögliche Ziele wären Südafrika, England und Australien gewesen. Das Fehlen eines Top-Internationalen MBAs in Deutschland ist ein zusätzlicher Faktor.
MBA-Inhalte:
• Worin unterscheiden sich die Inhalte der einzelnen MBAs?
Die harten Fakten sind gar nicht so unterschiedlich. Es werden in allen MBAs die Grundlagen des Managements vermittelt. Jede Schule hat dann ihre eigenen Schwerpunkte, in denen besonders viel angeboten wird. Der große Unterschied in den Programmen besteht dann in der Zusammensetzung der Studenten, der Zahl der Studenten, der Art und Weise des Unterrichts, etc., also den softeren Faktoren.
• Hat ein vergleichbares MBA-Programm bisher auf dem deutschen Markt gefehlt?
Meines Erachtens fehlt es noch immer. Die Programme, die es geschafft haben, eine gewisse internationale Anerkennung zu erlangen, finden in Kooperation mit einer traditionsreichen Business School aus dem Ausland statt.
• Was sind die Schwerpunkte des Programms?
Der Fokus liegt ganz klar in der persönlichen Entwicklung. Die Studenten sollen sich zu effektiven Managern entwickeln, die verantwortlich und bewusst handeln.
• Wird ein Auslandsaufenthalt angeboten?
Man hat die Möglichkeit, im letzten Teil des MBAs an eine der zahlreichen Partneruniversitäten der RSM zu gehen. Dieser Austausch ist so abgestimmt, dass die Kurse der anderen Business Schools voll angerechnet werden können und kein Zeitverlust entsteht.
• Findet der Unterricht in englischer oder deutscher Sprache statt?
In englischer Sprache.
Qualitätssiegel
• Wie entscheidend ist eine renommierte Hochschule?
Für einen MBA ist dies sehr entscheidend, da es dem zukünftigen Arbeitgeber erleichtert, die Qualität der Lehre einzuschätzen. Akkreditierungen tun ihr übriges, um zu einer guten Einschätzung der Universität zu kommen.
• Welche Akkreditierungsagenturen haben den besten Ruf?
Die bekanntesten sind sicherlich AACSB, EQUIS und AMBA. Ich würde sicherlich AACSB und EQUIS als die aussagekräftigsten bewerten, jedoch sollte ein gutes Programm immer von mehren Akkreditierungsstellen zertifiziert sein.
• Wie aussagekräftig sind Rankings der Business Schools?
Rankings sind gut, um eine Übersicht über die möglichen Schulen zu bekommen, jedoch sollte man mehrere Rankings konsultieren, da diese unterschiedlich bewerten.
• An welchem Ranking kann sich der Interessent orientieren?
Wie schon zuvor erwähnt, sollte man mehrere Rankings anschauen. Mir hat das FTD Ranking gut gefallen, da es zusätzlich eine Aufschlüsselung der Bewertungskriterien bietet und man somit die Möglichkeit hat, eine eigene Gewichtung vorzunehmen.
• Warum schaffen es nur wenige deutsche Business Schools in internationale Rankings?
Die deutschen Programme sind vergleichsweise noch sehr jung und haben es somit schwer. Zudem übertreiben viele Programme mit der Einzigartigkeit. Anstatt ein solides Programm auf die Beine zu stellen und langsam zu wachsen, wird oft versucht, ein Top-Programm zu erzwingen.
MBA In Deutschland:
• Wie ist der Stellenwert in Deutschland?
Umfragen zufolge soll der Stellenwert in Deutschland gar nicht so schlecht sein. Meine persönliche Erfahrung ist jedoch anders. Oftmals ist der MBA gar nicht bekannt oder wird im Zuge der Bachelor/ Master Umstellung als etwas suspekt betrachtet. Dies verliert sich glücklicherweise, je weiter man in einer Organisationshierarchie nach oben kommt. Ich gehe auch davon aus, dass in der Zukunft der MBA bekannter und damit selbstverständlicher in deutschen Unternehmen wird.
• Wie viele renommierte Business Schools gibt es?
Mir persönlich ist kein Programm bekannt, das ohne eine ausländische Partneruniversität ein bekanntes Programm aufgebaut hat.
• Wo ist ein MBA besser im Inland oder Ausland?
Zur Zeit befinden sich die guten Programme eindeutig im Ausland.
• Sie haben sich für ein Studium im Ausland entschieden, was waren die für Sie entscheidenden Kriterien, warum haben Sie sich für die RSM entschieden?
Die RSM bietet ein extrem internationales Programm direkt vor der Haustür. Viele Programme werden als international angesehen, wenn sie weit weg sind. Schaut man dann auf die Zusammensetzung der Studenten, bestätigt sich dies nicht. Die RSM hat durch die Mischung der Studenten ein einzigartiges Umfeld für den MBA geschaffen.
Mich hat dann ein Besuch in Rotterdam überzeugt. Ich hatte die Möglichkeit, direkt mit den Studenten und dem Staff zu reden. Die Begeisterung und Freude, die diese zeigten, war bemerkenswert. Der freundschaftliche Empfang und die Offenheit haben mir sehr beeindruckt.
Aufnahmetests
• Tipps für die Tests?
Bester Tip: Früh anfangen sich vorzubereiten. GMAT und TOEFL macht man nicht im Vorbeigehen.
• Welche Tests müssen abgelegt werden?
Definitiv der GMAT, der TOEFL/IELTS nur in Sonderfällen.
• Woraus setzen sich die Zulassungsvoraussetzungen zusammen?
Full-Time: Es wird der GMAT mit einer guten Score vorausgesetzt (Es gibt keine feste Untergrenze, schlechte Scores sollten sich jedoch nicht zuviel Hoffnung machen). Teilweise muss der TOEFL abgelegt werden.
Zusätzlich müssen drei Essays zur Motivation und persönlichen Reflektion geschrieben werden und zwei Empfehlungsschreiben aus dem professionellen Umfeld eingereicht werden. Als Minimum muss der Kandidat 2 Jahre Berufserfahrung nach dem Ende seines ersten Studiums nachweisen.
Sind diese Bewerbungskriterien erfüllt, wird noch ein direktes Interview mit dem Kandidaten durchgeführt.
• Aus welchen Gründen werden Zulassungsvoraussetzungen wie bei anderen Business School üblich nicht verlangt?
Die RSM sucht jeden Studenten per Hand aus. Dies ermöglicht es dem Admission Office, wesentlich genauer auf die Personen einzugehen und zu einer Einschätzung zu kommen, ob die Person für einen MBA geeignet ist.
Die Motivationsschreiben und Empfehlungsschreiben spielen hier eine wichtige Rolle, da man über diese gut seine Persönlichkeit transportieren kann.
Programmtypen
• Wo sehen Sie die Vorteile / Nachteile von Vollzeit / Teilzeit MBAs?
Der Vollzeit-MBA fällt in die Kategorie „kurz und intensiv“. Wer die Zeit/Möglichkeit hat, 15 Monate aus dem Job auszusteigen und nach Rotterdam zu kommen, trifft damit die beste Wahl-. Der riesige Vorteil des Full-Time MBA ist die Möglichkeit, sich 100 prozentig auf das Studium zu konzentrieren. Zusätzlich erhält man die Möglichkeit, an dem internationalen Studentenleben an der Universität teilzunehmen. Nachteilig ist sicherlich der Kostenfaktor, da man 15 Monate ohne Einkommen auskommen muss.. Wer Familie und evtl. eine berufstätige Frau hat, kann da durch den Umzug nach Rotterdam schnell in Konflikte kommen..
Der Executive MBA bietet eine gute Möglichkeit bei bindenden Faktoren (, wie Familie und/oder Job) trotzdem einen MBA zu machen. Nachteilig ist hierbei, dass es recht regional begrenzt ist, da man zum Wochenende zur Universität muss. Zudem ist das Arbeitsaufkommen enorm. Der Full-time MBA ist schon mit einer sehr hohen Arbeitslast versehen, diese nun zusätzlich zu einem Job zu erledigen, ist eine großartige Leistung, selbst wenn der Executive MBA 24 Monate dauert.
• Ist ein Fernstudium eine gute Alternative zu einem Voll- oder Teilzeit Studium?
Aus meiner persönlichen Sicht eher nicht. Der MBA lebt von der Interaktion zwischen den Studenten und dem Erfahrungsaustausch. Ich halte es für sehr schwer, dies über einen Fernunterricht ausreichend zu gestalten und zu transportieren.